Die Fußbodenheizung gilt als Idealpartner der Wärmepumpe. In der Praxis funktionieren aber auch Heizkörper – wenn ein paar Regeln stimmen.
Die Wärmepumpe wird umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Das ist der ganze Kern der Diskussion – und der Grund, warum die Antwort nicht so eindeutig ausfällt, wie oft behauptet wird.
Warum niedrige Vorlauftemperaturen so wichtig sind
Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur verbessert die Jahresarbeitszahl um rund 2,5 Prozent. Von 55 auf 40 Grad sind das etwa 35 Prozent weniger Stromverbrauch für dieselbe Wärme. Deshalb geht es bei der Wahl der Heizfläche nicht um Geschmack, sondern um Betriebskosten.
Fußbodenheizung: die effizienteste Lösung
Große Fläche, niedrige Temperatur – 30 bis 35 Grad reichen in vielen Fällen. Zusätzlich angenehm: gleichmäßige Wärmeverteilung, keine sichtbaren Heizkörper, staubarm. Nachteile: träge Regelung, aufwendiger Einbau im Bestand, Einschränkungen beim Bodenbelag.
Im Bestand gibt es Trockenbausysteme mit 20 bis 30 Millimetern Aufbauhöhe. Sie kommen ohne neuen Estrich aus, reagieren schneller als klassische Nasssysteme und sind meist in wenigen Tagen verlegt.
Heizkörper: unterschätzt, wenn sie groß genug sind
Ein Heizkörper, der bei 55 Grad Vorlauf ausreichend Leistung bringt, ist wärmepumpentauglich. Viele Bestandsheizkörper wurden bei der Installation großzügig dimensioniert und schaffen das ohne Änderung. Wo es nicht reicht, hilft der Tausch gegen ein größeres Modell oder gegen einen Niedertemperaturheizkörper mit integriertem Ventilator, der bei 40 Grad Vorlauf noch die volle Leistung liefert.
Die Mischung ist der Normalfall
In der Praxis sehen wir meist Kombinationen: Fußbodenheizung im neu sanierten Bad und im Wohnbereich, Heizkörper in den Obergeschossen. Das funktioniert, wenn beide Kreise getrennt geregelt werden. Ein gemeinsamer Kreis läuft immer auf der höheren Temperatur – und verschenkt damit den Vorteil der Fußbodenheizung.
Was den Ausschlag gibt
Nicht das System, sondern die raumweise Betrachtung. Wir rechnen für jeden Raum die Heizlast und vergleichen sie mit der Leistung der vorhandenen Heizfläche bei der Zieltemperatur. Daraus entsteht eine Liste: Diese Räume passen, diese brauchen einen größeren Heizkörper, dieser Raum braucht Fußbodenheizung. Erst diese Liste macht ein Angebot belastbar.
Wir rechnen das für Sie durch – raumweise, mit konkreter Zieltemperatur und ohne pauschale Aussagen.
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