Schwarze Fugen sind meist harmlos, feuchte Wände nebenan sind es nie. So unterscheiden Sie kosmetische Probleme von echten Bauschäden.
„Da ist nur ein bisschen Silikon kaputt" – dieser Satz ist manchmal richtig und manchmal der Beginn eines vierstelligen Schadens. Der Unterschied lässt sich mit ein paar Beobachtungen recht sicher bestimmen.
Was Silikonfugen wirklich tun
Silikon ist eine Wartungsfuge, keine Abdichtung. Die eigentliche Abdichtung liegt unter den Fliesen: die sogenannte Verbundabdichtung. Silikon soll verhindern, dass Wasser in die Bewegungsfuge läuft, und wird bewusst als Verschleißteil geplant – Lebensdauer je nach Beanspruchung fünf bis zehn Jahre.
Harmlos: schwarze Fugen
Dunkle Verfärbungen sind meist Schimmelpilz auf der Oberfläche des Silikons, oft in Kombination mit Seifenresten. Das ist ein Hygiene- und Optikthema. Reinigen hilft nur begrenzt, weil der Pilz ins Material einwächst. Die Lösung ist der Fugenaustausch: altes Silikon vollständig entfernen, Untergrund trocknen, Primer, neues Sanitärsilikon.
Verdächtig: die Fuge löst sich
Wenn sich das Silikon an einer Seite ablöst oder Risse zeigt, kann Wasser dahinter laufen. Solange die Verbundabdichtung intakt ist, passiert nichts Dramatisches – aber die Fuge muss zeitnah erneuert werden. Wer wartet, riskiert, dass die Feuchtigkeit den Fliesenkleber durchweicht und Fliesen hohl werden.
Ernst: Feuchtigkeit außerhalb des Bads
Dunkle Flecken auf der Rückseite der Duschwand, abplatzende Farbe im Nachbarraum, muffiger Geruch, sich lösende Sockelleisten – das sind Zeichen für eine defekte Abdichtung. Hier reicht kein neues Silikon. Häufigste Ursachen: fehlende oder falsch ausgeführte Verbundabdichtung, undichter Anschluss an den Bodenablauf, ein Riss in der Duschtasse.
Der Selbsttest
Trocknen Sie den Duschbereich komplett. Kleben Sie ein Stück Frischhaltefolie oder Klebeband großflächig über die verdächtige Fuge und duschen Sie normal. Bleibt es dahinter trocken und wird es trotzdem nebenan feucht, liegt das Problem nicht an der Fuge.
Was eine Sanierung kostet
Fugenerneuerung im Duschbereich: meist im niedrigen dreistelligen Bereich. Erneuerung einer defekten Abdichtung: Der Duschbereich muss geöffnet werden – Fliesen, Estrich im betroffenen Bereich, neue Abdichtung, neu fliesen. Das ist eine Teilsanierung mit entsprechendem Aufwand. Genau deshalb lohnt es sich, früh nachzusehen.
Vorbeugen
Nach dem Duschen Wasser von Wand und Boden abziehen, gut lüften und die Fugen einmal jährlich prüfen. Silikon, das seine Elastizität verloren hat, tauschen, bevor es reißt.
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