Übergangszeit: Fenster auf oder Heizung an? So machen Sie es richtig
2 Min. Lesezeit Adria Meisterbetrieb

Im September schwanken die Temperaturen stark. Wie Sie in der Übergangszeit heizen und lüften, ohne Energie zu verschwenden oder Schimmel zu riskieren.

Die Übergangszeit ist heiztechnisch die schwierigste Phase des Jahres: morgens 9 Grad, mittags 24, abends wieder 12. Die Heizung soll bereit sein, aber nicht durchlaufen. Und die Luftfeuchtigkeit ist höher, als die meisten vermuten.

Wann die Heizung anspringen sollte

Stellen Sie die Heizgrenztemperatur auf 15 bis 16 Grad Außentemperatur. Die Regelung schaltet dann automatisch in den Heizbetrieb, sobald die gemittelte Außentemperatur diesen Wert unterschreitet – und bleibt an warmen Tagen aus. Manuelles Ein- und Ausschalten am Kessel ist unnötig und führt regelmäßig dazu, dass die Anlage im Oktober vergessen wird.

Warum Lüften im September wichtiger ist als im Winter

Warme Außenluft transportiert mehr Feuchtigkeit als kalte. Wenn diese Luft auf kühle Kellerwände oder ausgekühlte Räume trifft, kondensiert sie. Der klassische Fehler: Kellerfenster an warmen Septembertagen den ganzen Tag offen lassen. Das Ergebnis ist feuchtes Mauerwerk. Keller lüftet man im Sommer und in der Übergangszeit nachts oder früh morgens.

Die richtige Lüftungsroutine

Drei- bis viermal täglich fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, idealerweise mit Durchzug. Im Bad direkt nach dem Duschen, in der Küche direkt nach dem Kochen. Thermostatventile währenddessen herunterdrehen – automatische Fensteroffen-Erkennung übernimmt das bei modernen Köpfen selbst.

Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

40 bis 60 Prozent relative Feuchte sind der Zielbereich. Ein Hygrometer für unter 15 Euro pro Etage macht das sichtbar. Werte dauerhaft über 65 Prozent bedeuten Schimmelrisiko an kalten Bauteilen, Werte unter 35 Prozent sind unangenehm für Schleimhäute.

Der unterschätzte Sonderfall: das Badezimmer

Innenliegende Bäder ohne Fenster brauchen einen funktionierenden Lüfter mit Nachlauf. Läuft er nur, solange das Licht an ist, wird die Feuchtigkeit nicht abtransportiert. Ein Nachlauf von 10 bis 15 Minuten ist Mindeststandard, feuchtegesteuerte Lüfter sind die bessere Lösung.

Erstes Anheizen: was normal ist

Beim ersten Betrieb nach dem Sommer riecht es oft kurz nach Staub, und Heizkörper knacken. Beides ist unbedenklich. Nicht normal sind Gluckern, dauerhaft kalte Heizkörperoberteile oder ein Druckabfall im System.

Heizung startet nicht sauber? Melden Sie sich lieber im September als beim ersten Frost – dann sind wir schneller da.

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