Hersteller versprechen 30 Prozent Ersparnis. Realistisch sind 5 bis 15 – und nur unter bestimmten Voraussetzungen. Eine nüchterne Einschätzung.
Smarte Heizkörperthermostate sind günstig geworden, einfach zu montieren und optisch unauffällig. Die Frage ist nicht, ob sie funktionieren, sondern ob sie in Ihrem Haushalt tatsächlich Geld sparen.
Wo sie wirklich sparen
In Räumen mit klarem Nutzungsrhythmus. Ein Büro, das werktags von 8 bis 17 Uhr genutzt wird, ein Schlafzimmer, das nur nachts warm sein muss, ein Bad, das morgens und abends gebraucht wird. Hier holt die Zeitsteuerung reale Einsparungen von 10 bis 15 Prozent für den betreffenden Raum.
In Haushalten mit unregelmäßigen Zeiten. Anwesenheitserkennung über das Smartphone verhindert das Heizen leerer Wohnungen – dieser Effekt ist bei Pendlern und Schichtarbeitern spürbar.
Bei sehr alten mechanischen Köpfen. Ein Teil der Ersparnis kommt schlicht daher, dass ein neuer Regler präziser arbeitet als ein 25 Jahre altes Bauteil.
Wo sie kaum etwas bringen
Bei Fußbodenheizungen. Die Trägheit des Systems macht Zeitprogramme weitgehend wirkungslos. Hier zählt eine gut eingestellte Heizkurve, nicht die App.
In durchgehend genutzten Räumen. Wenn das Wohnzimmer ohnehin von morgens bis abends warm sein soll, gibt es nichts zu optimieren.
Ohne hydraulischen Abgleich. Wenn einzelne Heizkörper zu viel Wasser bekommen und andere zu wenig, kann kein Thermostat der Welt das ausgleichen. Der Abgleich ist die Voraussetzung, nicht die Ergänzung.
Was Sie beim Kauf beachten sollten
Achten Sie auf den Ventilanschluss – die meisten Systeme liefern Adapter für gängige Fabrikate, aber nicht für alle. Prüfen Sie, ob das System auch ohne Cloud funktioniert; bei einigen Anbietern steht die Steuerung still, wenn der Hersteller-Server ausfällt. Und rechnen Sie Batterien mit ein: zwei bis drei Batteriesätze pro Jahr und Raum sind normal.
Der Datenschutz-Aspekt
Anwesenheitserkennung bedeutet, dass Ihr Standort verarbeitet wird. Wer das nicht möchte, kann bei den meisten Systemen auf reine Zeitsteuerung umstellen oder auf lokal arbeitende Lösungen setzen. Ein Blick in die Datenschutzerklärung des Herstellers lohnt sich vor dem Kauf.
Unsere Empfehlung
Erst die Anlage in Ordnung bringen – Abgleich, Heizkurve, Pumpe. Dann smarte Thermostate dort einsetzen, wo es einen echten Nutzungsrhythmus gibt. In dieser Reihenfolge stimmt die Rechnung.
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