Das Gäste-WC ist der kleinste Raum im Haus und der, den Besucher am genauesten ansehen. Mit überschaubarem Aufwand lässt sich viel verändern.
Zwei bis vier Quadratmeter, oft ohne Fenster, meistens seit dem Einzug unverändert: Das Gäste-WC ist der am meisten unterschätzte Raum im Haus. Gleichzeitig ist es der Raum, in dem eine Modernisierung mit dem geringsten Aufwand den größten Effekt hat.
Was in zwei Tagen realistisch machbar ist
Wenn die Anschlüsse an Ort und Stelle bleiben, lassen sich Waschtisch, Armatur, WC, Spiegel, Beleuchtung und Accessoires in zwei Arbeitstagen tauschen. Kommen neue Fliesen dazu, planen Sie vier bis fünf Tage ein.
Der größte Hebel: das WC selbst
Ein Wand-WC mit Vorwandinstallation wirkt sofort aufgeräumter, ist leichter zu reinigen und schafft Bewegungsfreiheit. Spülrandlose Modelle sind hygienischer und sparen beim Putzen echte Zeit. Wenn die Vorwand ohnehin gebaut wird, entsteht darauf oft eine schmale Ablage – im Gäste-WC ist das der wertvollste Quadratzentimeter überhaupt.
Waschtisch: klein, aber nicht zu klein
Handwaschbecken unter 40 Zentimetern Breite sehen aufgeräumt aus, spritzen aber. Sinnvoller sind 45 bis 50 Zentimeter Breite bei geringer Tiefe. Unterschrank statt offener Säule bringt Stauraum für Ersatzrolle und Reinigungsmittel – und beides gehört nicht in Sichthöhe.
Licht macht den Unterschied
Eine einzelne Deckenleuchte lässt jedes kleine WC nach Abstellkammer aussehen. Besser: Spiegel mit seitlicher oder umlaufender Beleuchtung, warmweiß mit 3000 Kelvin, dazu eine indirekte Grundbeleuchtung. Der Raum wirkt sofort größer und wertiger.
Große Fliesen in kleinen Räumen
Entgegen der Intuition wirken großformatige Fliesen in kleinen Räumen weiter, weil weniger Fugen den Blick unterbrechen. Ein durchgehender Bodenbelag bis in den Flur verstärkt den Effekt zusätzlich.
Die Lüftung nicht vergessen
Fensterlose Gäste-WCs brauchen einen Lüfter mit Nachlauf. Feuchtegesteuerte Modelle laufen nur, wenn es nötig ist, und sind leiser als die Standardgeräte von vor zwanzig Jahren. Wer schon einmal die Wand öffnet, sollte gleich prüfen, ob der vorhandene Lüfter noch die nötige Luftmenge schafft.
Was das Ganze kostet
Eine Auffrischung mit neuen Objekten, Armatur und Beleuchtung bewegt sich typischerweise im niedrigen vierstelligen Bereich. Mit Vorwandinstallation, Fliesen und Elektro liegt man höher – aber immer noch deutlich unter einer Badsanierung.
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